GEDANKEN MITTEN IM WEIHNACHTSTRUBEL

Die Nachrichten bringen es auf allen Kanälen und kaum einer kennt sie nicht. Die Bilder aus
der U-Bahn in Berlin, wo ein junger Mann einer Frau hinterrücks in den Rücken tritt und sie die Treppe herunter fällt.

Ich gehe durch die Kölner Innenstadt und treffe mich mit einer Freundin. Auf dem Weg ins Cafè muss ich U-Bahn fahren.

Es hätte auch mich erwischen können. Oder meine Töchter oder meine Freundin. Oder Dich.

Was ist nur los in unserer wundervollen Welt?

Zählt ein Menschenleben nur noch einen Fußtritt- die U-Bahn Treppe hinunter?

Mitten im Trubel bleibe ich stehen und mir laufen die Tränen über’s Gesicht.

Das hier ist unsere Chance

Ich lebe in einer Welt, die schöner kaum sein kann. Doch wieso verroht der Mensch? Zum Scheusal, was hinterrücks einer wehrlosen Frau in den Rücken tritt?

Beschäftige ich mich nur einen Moment lang damit, sickert sie langsam in mich ein…die schiere Angst und unglaubliches Entsetzen.

Als ich das Video zum ersten Mal sehe, läuft mir wie vielen anderen ein kalter Schauer den Rücken entlang. Grausam. Einfach nur grausam.

Da fällt es mir nicht leicht, meinen Weihnachts-Vibe aufrecht erhalten.

Was soll ich jetzt machen?

Doch ich entscheide mich. Ich gebe mir diesen Bull-Shit nicht länger. Denn dann hätte dieser Mistkerl Mann mehr erreicht, als einen gebrochenen Arm und ein traumatisiertes Mädchen. Aufmerksam sind wir alle geworden. Das hat er erreicht. Doch ich erlaube ihm keine einzige Sekunde lang weiter, dass er mir und meiner Familie noch mehr Angst und noch mehr Unruhe macht. Ich erlebe kurz meinen eigenen Terror- in mir- und dann atme ich mal tief ein und aus. Fertig.

Nicht die Wut auf den Täter löst die Angst. Nicht Hass und Verzweiflung.

Gehe nicht auf den los, der unrecht tut. DAS ist, was sein Handeln bewirkt. Andocken. Bei Dir. Seine Wut, sein Hass dockt mit Deiner Wut, Deinem Hass an. Und schon seit ihr im Dialog. Wut erntet Wut, Hass erntet Hass.

Er ist sich seiner nicht bewusst. Er weiß nicht, wer er ist. Denn wüsste er das, täte er es nicht. Jeder Mensch kam als Mensch- und nicht als Arschloch- auf die Welt. Darin sind wir alle gleich.

Die Frau, die die U-Bahn Treppe fiel, hat schon den schlimmsten Alptraum erlebt. Hilf ihr auf. Aber nicht in dem Du selbst in die Knie gehst. Bleib stehen! Aufrecht! Erlebe Deine eigene Hilflosigkeit. Mehr kannst Du nicht tun. Und dann werde Dir Deiner selbst bewusst. Mache in Dir alles groß und stark. Aktiviere Deine ureigene Kraft. Und dann stehe. Wie eine große echte Deutsche Eiche. Oder besser : stehe Deiner Selbst Bewusst.

Nie haben Waffen oder Kriege das Problem gelöst. Nie hat Hass Liebe gefördert.

Erinnert nicht gerade Weihnachten daran? Ist es nicht das Fest der Liebe? War Jesus nicht deshalb hier?  „Wenn dich einer auf die linke Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin“ (Matthäus 5,39)

Wenn Du Deinem Angreifer nur buchstäblich die andere Wange hinhälst, fehlt – möglicherweise – etwas. Das sich Selbst Bewusst Sein. Das Selbst Bewusst Sein ist da, wenn Du, wie Jesus es getan hat, bei Deiner Wahrheit bleibst, Du also weder fliehst noch zum Gegenangriff übergehst, sondern wenn Du Dich nicht beirren lässt. Du bist stark präsent, wenn Du in dieser brisanten Situation den Respekt bewahrst vor Dir selbst und vor Deinem Angreifer.

Respekt

Holt das Höchstmögliche aus einem Menschen heraus. Es geht dabei nicht um die Erfüllung eines moralischen Gebots, sondern um die Anerkennung der ganzen Tiefe der Realität. Wir können uns beim Handeln von Emotionen bewegen lassen – und damit eine endlose Spirale von Gewalt und Gegengewalt auslösen – oder wir können uns von der Wahrheit bewegen lassen, die sagt, dass alles IST. Keine Psychologie wird erklären oder entschuldigen oder verhindern, warum dies so ist und das Andere so ist. Es ist überhaupt nicht von Bedeutung. Macht die Tat nicht umkehrbar. Oder erklärbar. Es macht auch keinen Sinn in der Kindheit des Täters oder des Opfers suchen. Es macht alles keinen Sinn. Ausser den EINEN. Schaffe ein IST. Erlebe Deine eigenen Gefühle. Erlebe Dich. Und dann atme mal tief ein und aus. Danach werde Dir wieder Deiner Selbst Bewusst.

Handel und agiere nur aus dieser ureigenen Kraft. Sei Dir immer Deiner Selbst Bewusst. Erlebe immer das, was in Dir ist. Wut, Trauer, Hilflosigkeit…whatever! Erlöst Du all das in Dir, kannst Du gar nicht anders, als die in Dir wohnende Liebe spüren. Und ein Mensch, der seiner Liebe selbst bewusst ist, kann gar nicht auf einen anderen losgehen- so verlockend das auch sein mag. Liebe hat nie Waffen gezückt. Oder Hasskampagnen. Liebe in mir selbst schafft Liebe im Außen. Der Täter ist mit einem Zug Schach Matt. Dies wird vielleicht noch nicht verhindern, dass ein Mensch die Treppe hinunter geschubst wird. Was aber sicher nicht geschieht ist, dass das Schönste, das Kostbarste, das Wichtigste zerstört wird- das Leben selbst. So banal das für viele vielleicht jetzt klingen mag- dann sind sie noch in der eigenen Emotion- so wichtig ist das für den, der es erlebt. Mein Leben- das weiß ich ganz sicher, geht bei sowas nie kaputt. Das schafft er nicht. Das kann er nicht. Mein Leben- das nimmt er mir nicht. Er kann mir den Arm damit brechen, mir weh tun- aber mein Leben, das bekommt er nicht. Damit meine ich nicht das physische leben. Das kann er mir nehmen. Aber meine Wahrheit, die nimmt mir keiner.

Was er geschafft hat ist, dass Mädchen die Treppe runter schuppsen. Dafür muss er bestraft werden. Doch damit endet es. Was er nicht schaffen darf ist, Hass und Wurt verbreiten. Dann bist Du nicht besser als er. Er hat in sich auch irgendeinen Grund gefunden, warum er seine Tat sich selbst gegenüber vertreten kann. Würde er menschlische und emotionale Kompetenz haben, sich selbst als lieben Menschen erleben, könnte er niemals einen anderen Menschen die Treppe runter schuppsen.

Warum tut ein Mensch sowas? Ausnahmslos nur, weil er vergessen hat, wer er ist. Und das macht ihm Angst.

Wenn ein Mensch bei sich selbst ist, ist ihm bewusst, dass sein Leben das Kostbarste ist, was er besitzt – und er weiß damit auch, dass auch sein Gegenüber das Kostbarste besitzt- sein Leben. Und als solches wird er dieses Leben – und auch sein eigenes – mit höchstem Respekt behandeln. Dann ist mitten im Trubel wirklich

Weihnachten.

Zeit, einmal inne halten und sich besinnen auf das was IST.

Ich lebe

Mein wundervolles Leben. Und dafür bin ich dankbar. Ich danke mir jeden Tag, dass ich Jodie bin. So wie ich bin. Denn so wie ich, so ist keiner. Und so wie Du, so ist auch keiner. Und so wie Du da auch nicht.

Wir haben es jeden Tag in der Hand- in der eigenen. Leben wir im Frieden oder im Krieg?

Ich wähle den Frieden. Jeden Tag. Selbst.

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